Neuromarketing auf Facebook: So optimierst du deine Beiträge

Neuromarketing auf Facebook - Wie du es strategisch einsetzt.

Hast du dich beim Einkaufen im Supermarkt oder beim Shoppen in den Trendläden der Stadt immer im Griff? Oder kommt es öfter vor, dass du über die Stränge schlägst und an dem einen oder anderen Teil einfach nicht vorbeigehen konntest? So wie dir geht es vielen Menschen und das hat eine ganz simple Erklärung zur Folge. Du wurdest auf deiner emotionalen Ebene von außen beeinflusst und zum Kauf verleitet. Bäähm! Das, was dich da mitreißt, nennt sich Neuromarketing.

Das glaubst du mir nicht? Lies weiter und erfahre vom Neuromarketing-Experten German Gering im ersten Beitrag der Reihe, dass die allermeisten Kaufentscheidungen aus dem Bauch bzw. aus der Emotion heraus entstehen, und wie du dieses Wissen um das Neuromarketing auch für deine Angebote und Facebook-Beiträge (z.B. mehr Emoji-Reaktionen, Kommentare) nutzen kannst und diese optimierst. Lerne von German, wie du durch Neuromarketing die Emotionen deiner Kunden weckst und damit unbewusste (Kauf-) Entscheidungen lenkst.

Der Mythos von rationalen Entscheidungen

Täglich belügen wir uns selbst. Das ist auch leider etwas vollkommen Gängiges, wenn wir es selbst nicht besser wissen. Darunter befinden sich natürlich auch Mythen, die wahrscheinlich unser gesamtes Leben mit uns herumgeistern. Worauf ich heute speziell hinaus will, ist folgender Mythos:

“Ich treffe meine Entscheidungen, wenn ich will, vollkommen rational und ohne Einfluss meiner derzeitigen Laune.”

Die Basis einer Entscheidung jedoch besteht aus einer Emotion. Sie kommen uns immer zuvor. Das ist natürlich auch vollkommen wichtig. Sonst würden wir uns abgesehen vom Aussehen nicht viel von den Laptops unterscheiden, die treu ihren Dienst auf unserem Schoß oder unserem Schreibtisch verrichten.

Schaffe Verknüpfungen

Rationale Entscheidungen zu treffen, ist also eine Illusion (in der Hirnforschung bezeichnet als „Benutzer Illusion“). Emotionen spielen immer eine Rolle. Weshalb ist dieses Wissen also so wichtig für dich? Der einfache Grund ist, dass es deine Aufgabe ist, dein Angebot mit Emotionen zu verknüpfen. Mal davon abgesehen, dass deine Marke oder dein Angebot völlig wertlos ohne sie wirken würden, ist es auch wichtig, dadurch einen Platz im Kopf deiner potenziellen Kunden einzunehmen.

Durch das Verknüpfen schaffst du eine mentale Verfügbarkeit im Gedächtnis und Bewusstsein deiner Zielgruppe. Sie sorgt im Moment einer Entscheidung dafür, ob du in Erwägung gezogen wirst oder nicht. Zusätzlich dazu bist du dabei, auch einen empfundenen Wert zu schaffen. All diese Punkte beziehen Emotionen mit ein und spielen eine unglaublich wichtige Rolle. Aus diesem Grund muss dir auch bewusst sein, worauf du hinaus willst.

Neuromarketing - Warum du dein Apple MacBook Pro liebst.Wie willst du wirklich wahrgenommen werden?

Ist dir dieser Punkt klar, kannst du das Erlebnis danach ausrichten und sorgfältig im Auge behalten. Eines ist nämlich sicher: Das, was du empfindest, wenn du z.B. Apple-Produkte siehst, ist kein Zufall. Das Gefühl, das du empfindest, ist alles Teil einer sorgfältig geplanten Strategie. Und oftmals ist auch der Kauf eines neuen iPhones rational nicht gerechtfertigt, da das alte noch einwandfrei funktioniert. Was hier für viele greift, ist ein starker, emotionaler Wert.

Mehr als nur ein Gefühl

Gehen wir an dieser Stelle einmal genauer darauf ein, was denn eine Emotion wirklich ist. So erhältst du einen Überblick, was wirklich eine Rolle spielt. Entgegen der meisten Erwartungen sind Emotionen mehr als nur ein Gefühl.

Emotionen sorgen in deinem Gehirn für:

  • den Überlebenstrieb
  • Motivation und Handlungsbereitschaft (Will ich etwas kaufen oder nicht?),
  • die Bewertung von Dingen oder Handlungen (Vertraue ich dir und deinem Angebot?)
  • unsere Stimmung (Was fühlt dein Betrachter, wenn er etwas von dir zu Gesicht bekommt?)
  • die Reaktion auf verschiedene Situationen (Sehe ich mir deinen Content jetzt an?)
  • unsere Gesichtsausdrücke.

Der Großteil dieser Punkte spielt sich in unserem Unterbewusstsein ab. Deshalb ist es auch so wichtig, einen Durchblick zu erhalten, dass man nicht ständig mit rationalen Gründen um sich schmeißt.

Ich sage dies aus eigener Erfahrung durch die Zusammenarbeit mit Menschen, dass Rationalität ebenso wichtig ist. Sich jedoch erst einmal anstellt. Eine Kaufentscheidung wird auf Basis von Emotionen getroffen und erst dann anschließend rational begründet.

Und wie kannst du nun dank Neuromarketing Emotionen bei deinen Facebook-Abonnenten herauskitzeln?

Biete deinen Kunden bzw. Followern ein einfaches und leichtes Erlebnis deines Angebotes. Niemand möchte in anstrengende Denksituationen geraten oder Überforderung mit zu vielen Informationen erleiden. Du erreichst damit nur einen unzufriedenen Interessenten und ein abgebrochenes, negatives Shoppingerlebnis.

Wie kann es besser gehen?

  • „1 Bild sagt mehr als 1000 Worte.“ Mache dir die visuelle Darstellung mittels Bild oder Video zunutze.
  • Sorge dafür, dass du eine deinem Betrachter bekannte Situation bietest. Deshalb sind Webseiten auch alle so ähnlich aufgebaut. Man findet sich durch Erfahrung zurecht.
  • Erfinde das Rad nicht neu. Nutze Systeme, die bekannt und dessen Umgang auch der Großteil erlernt hat. Verliere jedoch nicht deine Alleinstellungsmerkmale.
  • Vermeide Reizüberflutungen. Betrachtet man einen vollkommen überladenen Beitrag ohne jegliche Struktur und den wildesten Bild- und Farbanordnungen, sagt das Gehirn gerne „Stopp!“.

Also Achtung! „Weniger ist mehr.“ Im Design ist es wichtig, wirklich nur das zu verwenden, was auch benötigt wird. Man sagt nicht umsonst, dass Design mehr strategisches Weglassen von Elementen ist. Dasselbe gilt natürlich auch für Text:

  • Ziehe keinen Kaugummi in die Länge. Bringe deine Botschaft klar auf den Punkt, lass aber nicht die wichtigsten Infos und den berühmten roten Faden weg.
  • Sorge für gute Laune und bereite Freude, die zum Weitermachen animiert, z.B. durch unnützes oder nützliches Wissen, Kreatives oder kurze, leicht verständliche Umfragen.
  • Hast du die Möglichkeit, einen spielerischen Umgang mit etwas zu erzeugen? Oder Musik einzubinden und lächelnde Menschen abzubilden? Dann tu es. Du bietest ein Gesamterlebnis, das nicht vergessen wird.
  • Nutze den „Effekt der Reziprozität“, welcher besagt, dass ein Mensch, der beschenkt wird, etwas Gleich- oder Höherwertiges an diesen Menschen zurückgeben möchte. Natürlich sollst du nicht dein Hauptangebot einfach verschenken. Ein Geschenk mit wertvollen Inhalten wie Wissen oder etwas nützlichem Handlichen erledigt diese Aufgabe bereits für dich. Je größer der Wert, den du vorher schon kostenlos stiftest, umso höher die Freude auf das eigentliche Angebot. Zu diesem Effekt erfährst du mehr in einem der weiteren Beiträge der Reihe. 

Setzt du diese Punkte überlegt um, ist es ein Leichtes, Menschen durch deine Inhalte oder Angebote zu führen. Mühelosigkeit stellt sich ein und belastet viel weniger die Denkprozesse. Wie wir bereits gelernt haben, liebt unser Oberstübchen diese Situationen. Deine Inhalte haben auch gleich den Vorteil, viel vertrauter und ehrlicher wahrgenommen zu werden. Sie holen Menschen kurz und knapp einfach richtig ab, wo sie gerade stehen und führen sie zum gewünschten Ziel.

Fazit

Stelle Emotionen in den Vordergrund und lasse sie zu einem der wichtigsten Teile deiner Strategie werden. Sie werden dir deine Chancen extrem erhöhen, wenn es darum geht, deinem Content Aufmerksamkeit zu schenken, sich auf deine Werbeanzeigen einzulassen und offen gegenüber deinen Angeboten zu sein. Emotionsgeladener Content bekommt eine noch wichtigere Rolle, wenn wir uns bewusst werden, wie schnell durch sämtliche Facebook-Beiträge gescrollt wird. Schnell geht dabei langweiliger Content unter. Kreiere daher emotionale Auslöser, die im Kopf bleiben!

Kanntest du einige dieser Punkte und hast sie in deinen Facebook-Beiträgen schon umgesetzt?
Welche Fragen hast du noch an German? Stell sie gern im Kommentar.

 

Welche Emotionen sprichst du mit deinen Beiträgen an?

 

Gefühlvolle Konfetti-Grüße,
deine Maja

Übersicht zur Beitragsreihe “Neuromarketing auf Facebook”

  1. Neuromarketing auf Facebook
  2. Neuromarketing-Tipps und Tricks aus der Hirnforschung
  3. Social Proof – Wie du die Meinung anderer wirklich für dich nutzt (folgt)
  4. Reziprozität – Die Macht eines einzigen Geschenkes (folgt)

Germans Buchempfehlungen* zum Neuromarketing

* Es sind Affiliate-Links. Solltest du das Buch kaufen, erhalte ich eine kleine Provision. Der Preis für dich bleibt gleich, versprochen.

Bildquellen:
Titelbild: © freepik.com | jcomp
Beitragsbild: © Maja Michaelis
Porträt: © privat

Über meinen Gastautor:

German Gering - Neuromarketing auf Facebook

German Gering © Foto: privat

German Gering ist Inhaber von Gering Consulting und leidenschaftlicher Marketer für psychologisch wirksame Marketingstrategien und Methoden. Nach seinem Selbststudium zum Allgemeinthema Marketing beschäftigt er sich seit 2 Jahren damit, das Beste aus zwei Disziplinen zusammenzubringen: Neuromarketing und Verkaufspsychologie.

German über sich selbst: „Ich liebe es, meine Arbeit von meinem Büro aus erledigen zu können, denn dort sind auch meine Katzen immer bei mir. Sie bieten auch an den intensivsten Tagen immer Momente der Ruhe und dafür bin ich ihnen sehr dankbar. Die Dinge, die ich tue, mache ich immer mit einer sehr großen Leidenschaft, weshalb neben meinem 41-Stunden-Job als Soldat noch 50-60 Stunden die Woche in meine Arbeit für Kunden und meine Agentur fließen.
Kleiner Tick von mir: Planung. Meine Tage sind von morgens um 05:00 Uhr bis abends um 20:00 Uhr vollständig verplant mit To-Dos. Spaß am Leben habe ich natürlich trotzdem.“

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